Nachts wurde eine einzelne Sau an der Kirrung beschossen und wir wurden für den nächsten Morgen zur Nachsuche angefordert.
Targa nahm die Fährte auf und folgte dieser sehr sicher, wir hatten in regelmäßigen Abständen Bestätigung. Auffallend war, dass über Bäumen und Ästen, welche quer zur Fährte lagen, deutlich Schweiß abgestreift war. Ich habe somit vermutet, dass die Sau „unten offen“ war. Auch der Fährtenverlauf war untypisch, es ging selten durch Dickungen. Im Gegenteil – der Schwarzkittel suchte sich einfache Wege, meist sogar im Hochwald.
Nach 2km wurde Targa heftiger im Riemen und wollte geschnallt werden. Als an einem Schotterweg ein Stück Darmschlinge lag schickte ich meinen Hund zur Hetze.
Recht schnell hatte Targa die Sau eingeholt und gestellt. Es war so dicht, dass ich beide nur hören aber nicht sehen konnte. Beim ersten Versuch die Fichtendickung zu betreten wurde ich sofort angenommen und von den Beinen geholt. Mit Händen, Füßen, lautem Gebrüll und natürlich meiner Hündin konnten wir den Angreifer abwehren. Targa ging mit der Sau ab, ich rappelte mich auf und brauchte kurz einen Moment mich zu sortieren. Viel Zeit blieb allerdings nicht, auf gut 200 m war schon wieder Standlaut zu hören.
Mit gutem Wind und deutlich vorsichtiger näherte ich mich dem Bail. Der Überläufer hatte sich rückwärts unter eine Fichte geschoben und wehrte den Hund ab. Giftig, laut, immer in Bewegung, zunehmend aggressiver und ganz schön clever hielt Targa die Sau am Platz.
Ich konnte mich von hinten bis auf wenige Meter nähern. Erst im letzten Moment trat ich vor die Sau, schob meinen Hund beiseite und konnte aus nächster Nähe den Fangschuss antragen.
Diese Nachsuche verlangte uns wirklich alles ab. Hund und Führer blieben unverletzt.
Suchendank und Suchenheil ,
A‘Targa vom Eulental und Bernd Helmle

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